
Die Leistungen und Bemühungen der Mitglieder des LSV Rinteln, sich in den verschiedenen Ligen zu positionieren, bleiben ungebrochen. So konnte Bernd Goretzki am Samstag einen beeindruckenden 750‑km‑Flug rund um Berlin absolvieren, der in der WeGlide‑Liga als drittgrößter Flug des Tages geführt wird. Die feuchte Wetterlage mit überwiegend bedecktem Himmel ließ den Flug in der Zeitwertung jedoch nur im Vergleich zu seinen Rintelner Kollegen glänzen. Udo Blank, der schnellste Pilot des Wochenendes, übertraf Goretzkis 2‑Stunden‑Speed um rund 30 km/h. Von Leverkusen aus nutzte er das gute Wetter quer durch Belgien bis in die Ardennen – ein herausragender Flug, der deutschlandweit viel Anerkennung findet.

Aktuell fliegen Reinhard Schramme mit Copilot und Sohn Daniel sowie Stephan Beck beim Internationalen Hahnweide-Wettbewerb. Beide konnten sich dort hervorragend gegenüber der starken internationalen Konkurrenz behaupten, die zum großen Teil aus Nationalmannschaftsmitgliedern oder sogar Weltmeistern besteht. Am Samstag erreichte Stephan Beck Platz fünf, während das Familienteam Schramme den vierten Platz belegte. Der Sonntag brachte jedoch weder auf der Schwäbischen Alb noch bei Berlin oder in Rinteln die Chance, die Ergebnisse zu verbessern. So konnten Flugschüler Lukas Konitz und Fluglehrer Uli Gmelin, die erneut auf einer Überlandflugeinweisung unterwegs waren, ihren Flug in den Harz ebenfalls in die Rintelner Wertung einbringen.
Insgesamt bleibt es für den LSV bei ernüchternden Ergebnissen in der neuen Liga. Runde 3 beendeten die Weserpiloten auf Platz 16 und rutschten damit erstmals in die Abstiegsränge der 1. Bundesliga.
Im Hin und Her der nun für diese Saison parallel existierenden zwei Bundesligen zeigte sich, wie groß die Reichweite der heimischen Presse ist. Über Alerts werden Piloten bis nach Königsdorf auf die Rintelner Ligaartikel aufmerksam. Nicht nur die Ergebnisse des LSV Rinteln werden studiert, sondern auch die Emotionen, die zwischen den Zeilen mitschwingen.
Fakt ist: Die großen Zentren bedienen zwar verstärkt die WeGlide‑Liga, veröffentlichen aber weiterhin nennenswerte Flugleistungen auf der OLC‑Plattform. Zweigleisig zu fahren kann ihnen doppelt sichtbaren Erfolg bringen. Die Rintelner hingegen sehen ihre Zukunft klar im neuen Format – und noch herrscht keine Einigkeit darüber, ob man sich ein letztes Mal auf die alte Liga konzentrieren möchte. Damit steht der Segelflug nicht allein: In anderen Sportarten existieren zum Beispiel konkurrierende Verbände mit unterschiedlichen Wettbewerbsformaten, die Sportler vor die Frage stellen, welcher Weg für sie der bessere ist.