
Nieselregen am Morgen – das klingt nach einem trüben Tag. Doch für die Segelflieger des LSV Rinteln war schnell klar, dass Wetterfenster würde sich gegen Mittag öffnen und gute Bedingungen bringen. Also hieß es: Startklar machen! Denn in der aktuellen Saison geht es um den zweiten Platz in der Segelflug-Bundesliga. Der FSC Odenwald Walldürn liegt uneinholbar vorn und kann mit großem Vorsprung bereits feiern. Doch dahinter ist das Rennen noch offen – und Rinteln mischt ganz vorne mit.
So wurden am Morgen Wetterkarten und Satellitenbilder genau unter die Lupe genommen. Der Plan stand schnell fest, erst gegen den Wind Richtung Oldenburg fliegen, dann mit Rückenwind entlang einer günstigen Linie zurück Richtung Ithwiesen. Fünf Piloten setzten diese Strategie mit Erfolg um. Besonders hervor stach erneut Reinhard Schramme mit Copilot Rolf Bödeker, die eine beeindruckende Durchschnittsgeschwindigkeit von 110 km/h erreichten.
Die Auswertung am Abend sorgte bei einigen doch für Überraschung, denn die Wertung begann bei allen Flügen bereits auf dem Gegenwindschenkel, etwa 30 bis 50 Kilometer vor dem Wendepunkt im Nordwesten. Hintergrund ist die Regel, dass die schnellsten zwei Stunden eines Fluges zählen – und zwar nur, wenn Start- und Endhöhe zusammenpassen. Den genauen Abschnitt zu bestimmen, ist während des Fluges gar nicht so einfach. Ein Vorteil für Doppelsitzer, dort kann der zweite Pilot mit Uhr und Höhenmesser mitprotokollieren und so für eine präzise Auswertung sorgen. Dass der Hinweg besser lief als erwartet, kam den Rintelnern zugute und alle drei gewerteten Flüge enthielten diesen Abschnitt.
Insgesamt zeigten die Piloten vom LSV Rinteln eine starke Leistung. Die optimistische Wetterprognose für Sonntag ließ einige sogar ihre Flugzeuge über Nacht startbereit nur mit Bezügen draußen stehen. Doch die Vorhersage verschlechterte sich mit jedem Update. Gegen Mittag stellte sich die Frage: Kommen die Flieger überhaupt trocken in die Anhänger?
Dann doch noch ein Hoffnungsschimmer: Die Sonne setzte sich durch und brachte einen malerischen Wolkenhimmel aus Nordwesten mit. Leider lag die Wolkenuntergrenze zunächst bei nur 400 Metern und stieg bis zum Abend kaum über 650 Meter, zu wenig für einen erfolgreichen Wertungsflug. Der Sonntag war damit verloren.
Trotzdem: Mit Platz 8 in der Tageswertung und 15 Punkten konnte Rinteln den Vorsprung vor dem LSV Schwarzwald halten. In der letzten Ligarunde darf sich das Team keine Nullrunde leisten. Doch die motivierte Truppe ist fest entschlossen, sich den zweiten Platz nicht mehr nehmen zu lassen.