
Was für ein Samstag! Der LSV Rinteln lebte an diesem Flugtag vor was auch die Fußball-Damen- Nationalmannschaft am Abend in die deutschen Wohnzimmer transportierte.
Teamgeist und Siegeswille!
Seit Wochen war es die erste und heiß ersehnte Möglichkeit für die Sportler des LSV Rinteln zu zeigen was in ihnen steckt. In weiser Voraussicht hat der LSV-Vorstand bereits Tage vorher erneut eine Schleppmaschine als Ersatz für die eigene weiterhin sich in Reparatur befindliche Motormaschine organisiert. So stand der sportlichen Aufholjagd nichts im Wege, denn eins war klar: das Wetter würde passen.
Teams und Einzelpiloten brannten darauf die nun endlich besseren Bedingungen optimal zu nutzen und ein klares Zeichen zu setzen, dass der LSV Rinteln noch lange nicht aufgegeben hat.
Stephan Beck und Reinhard Schramme mit Copilot Rolf Bödeker machten sich auf den weiten Weg zum Thüringer Wald, denn dort sollte sich von der Prognose her das Filetstück des Tages bilden. Sie flogen zielstrebig Richtung Eisenach um ab dort in die erwartete Rennstrecke einzufädeln.
Musste man bis querab Kassel noch mit gut 1000 Metern Arbeitshöhe zufrieden sein, stieg die Basishöhe bei Suhl auf über 2000 Meter.

Das Wetter hielt also was die Vorhersage versprach und die beiden gaben richtig Gas. Mal ganz eng, Flügel an Flügel, mal nur als Infoteam per Funk wenige Kilometer auseinander. Die Wolkenoptik blieb bis zum Ende der Wertungszeit gut und die vielversprechenden Aufwindlinien für eine hohe Schnittgeschwindigkeit wurden optimal erwischt. So hatten die beiden Rintelner bereits um 17 Uhr zwei Flüge mit über 140 km/h Durchschnittsgeschwindigkeit im Sack und führten die interne Wertung an.
Fehlte aber erst mal noch ein weiterer sehr guter Flug, denn die Addition der besten drei eines Vereins kommen in die Wertung. Die Fliegerfreunde Michael Sasse und Dietmar Heinze, die ihr Glück Richtung Harz versucht hatten, konnten leider nicht an diese Topgeschwindigkeiten heran kommen. Kurz vor Anpfiff des Deutschlandspiels landete Bernd Goretzki nach einem 10stündigen Flug, der ihn mit über 1100 km bis nach Polen gebracht hat. Seine schnellsten zwei Stunden absolvierte er auf einer Achse zwischen Görlitz an der Oder bis querab von Braunschweig. Auf dieser 285 km-Teilstrecke erflog auch er einen Schnitte von 142 km/h und brachte damit einen ebenso sensationellen 3. Flug in die Ligawertung ein.
Die Stimmung am Abend war ausgelassen wie schon lange nicht mehr. „Rinteln is back again“!
Mit diesem fulminanten Rundensieg ist Rinteln in der Gesamtwertung wieder auf den 5. Platz vorgerutscht. Den Platz 6 hat man mit 13 Punkten ein wenig auf Abstand, aber was viel wichtiger ist: Platz vier ist mit 160 Punkte nur 6 Punkte vor den Luftsportlern von der Weser. Platz 3 , und das Treppchen was es noch zu erklimmen gilt, liegt mit 13 Punkten in nicht aussichtsloser Ferne.
Und eins hat dieses Wochenende wieder klar gezeigt: Die Konkurrenz, die vielleicht schon glaubte die Rintelner im Sack zu haben, wird sie wieder fürchten müssen. Haben sie doch gezeigt zu was sie fähig sind wenn die Voraussetzungen passen. Und eins wissen sie obendrauf: es wird weiterhin um jeden Punkt gekämpft.
Die Gesamtführung liegt derzeit beim FSC Odenwald der mit 209 Punkten vor dem im Voralpengebiet liegenden Segelflugzentrum Königsdorf mit 170 Punkten liegt.