
Siegertreppchen Internationaler Hahnweidewettbewerb1
Stephan Beck und das Doppelsitzerteam Reinhard und Daniel Schramme lieferten wertvolle Punkte aus dem Thermikparadies der schwäbischen Alb. Hatte man auch beim dortigen Hahnweidewettbewerb erst einmal einige Tage im Regen ausharren müssen, so kehrte das gute Wetter mit fulminanten Bedingungen am Samstag zurück. Der letzte Wertungstag brachte für Stephan Beck einen 118ner Schnitt in der Wertung des zentralen Wettbewerbs und in seinen schnellsten 2 Stunden setzte er sich mit 124 km/h an die Spitze der Rintelner Bundesligawertung. Das Team Schramme folgte mit 116 km/h auf Platz 2 der Ligaliste. Auch dieser Flug wurde im Rahmen des dortigen Wettbewerbs erflogen, der Ihnen sowohl den Tagessieg als auch den Gesamtsieg sicherte
Somit fehlte dem LSV Rinteln nur noch ein guter dritter Flug, um in der Ligawertung ihren Platz zu behaupten. In den Vereinsflugzeugen machten sich das Team Christoph Bäßler und Uli Gmelin im Doppelsitzer sowie Michael Sasse im Einsitzer bereit alles für diesen dritten Wertungsflug zu geben. Entgegen den Bedingungen der schwäbischen Alb, wo die Segelflugpiloten Höhenluft in 2500 Metern schnuppern und starke Aufwinde genießen konnten, kämpfte man sich von Rinteln aus mit einer maximalen Basishöhe von zuerst nur 700 Metern Richtung Achmer voran.
Das bedeutete nur wenig Spielraum in Bezug auf Höhenreserven. Es konnte von Aufwind zu Aufwind die mühsam gewonnene Höhe immer nur in ganz wenig Strecke umgewandelt werden, bereits nach kurzen Distanzen war stets der nächste Aufwind von Nöten um nicht „zu ackern“ (also eine Außenlandung zu riskieren).
Michael Sasse war dabei das Glück leider nicht hold. Er fand einen dieser rettenden Aufwinde nicht rechtzeitig und musste die Wertung aufgeben. Mit Motorhilfe kam er zwar nach Rinteln zurück, konnte aber auf Grund des Wetters vor Ort keinen Neustart mehr machen.
Der Doppelsitzermannschaft gelang es jedoch in diesen miesen Bedingungen langsam weiter voran zu kommen. Dabei entdeckte sie, dass weit westlich vom Dümmer See die Bedingungen offenbar besser wurden. Nach einem langen Abgleiten in diese Richtung erreichten sie in nur noch 280 m über Grund die erste Wolke. Schwächstes Steigen wurde dankbar angenommen! Dieser Aufwind wurde nach und nach stärker und brachte die Piloten zuletzt mit 2m pro Sekunde bis auf über 1100 m Höhe. Damit konnten sie in eine Linie eindrehen, die sie über Diepholz, südlich Bremen und Hamburg vorbei bis kurz vor Lüneburg führte, wo zuletzt die Cumulushöhe sogar noch auf 1400m anstieg. Nach moderat schnellen 2 Stunden war man nach der Rückkehr doch recht zufrieden mit der Leistung unter diesen Bedingungen.

Die Vereinskollegen, die online die Ligaflüge verfolgten, bestärkten die Hoffnung, dass der erzielte Schnitt von 93 km/h ausreichen könnte, da an diesem Samstag keinerlei Überlandflüge von anderen Flugplätzen nördlich Frankfurt stattgefunden zu haben schienen. Doch mit Voranschreiten des Abends rückten unsere Rintelner in der Rundenwertung immer weiter nach unten. Vereine aus dem Schwarzwald, dem Alpenvorland, der schwäbischen Alb oder dem Odenwald schoben sich nach und nach mit schnellen Flügen vor den LSV Rinteln. Irgendwann resultierte daraus dann auch der Abstieg in der Gesamtwertung. Nun liegt der LSV auf Platz 5 mit 20 Punkten hinter dem führenden FSC Odenwald, der die diesjährige Liga bisher dominiert.