
Eigentlich war es ein gutes Wochenende. Der Samstag und der Sonntag konnten für Ligaflüge genutzt werden. 8 Teams gaben alles, um für den LSV Rinteln zu punkten. Bereits Samstag startete man um eine solide Basis für das Wochenende zu sichern, auch wenn klar war, dass der Sonntag der deutlich bessere Tag wird.
Bereits früh am Sonntag bildeten sich die erhofften Cumulus-Wolken und versprachen ordentliche Bedingungen, der Prognose nach: je weiter südlich desto besser. 3 Teams wollten sich in Richtung Rhön auf den Weg machen um diesen Mittgelgebirgszug in ihr Rennen zu integrieren.
Während Stephan Beck und das Team Reinhard Schramme und Rolf Bödeker bereits losflogen, musste Uli Gmelin mit Copilot Ben Mol auf Grund technischer Probleme nochmals landen. Eine Fahrwerksklappe schloss nicht, was nicht nur einen an den Nerven zehrenden Lärm verursachte, sondern auch auf Grund des erhöhten Wiederstandes Einbußen in der Leistung des Segelflugzeugs bedeutete. Glücklicherweise ließ sich dieses Problem in einem schnellen Boxenstop lösen. Und da man sowieso den Anschluss an die beiden Vereinskollegen verpasst hatte, kümmerten sich die Piloten auch noch um ihr „Mückenputzerproblem“.
Bereits nach diesem kurzen Flug gab es eine erhebliche Anzahl von Insekten an den Flügelvorderkanten. Schnell wurde dieser performance-relavante Bereich gereinigt und die Mückenputzeranlage in den Betriebsmodus versetzt. So konnte beim zweiten Flug immer dann, wenn die Gleitleistung auf Grund der auf der Fläche verendeter Insekten schlechter wurde, ein Putzbügel zum Wischen über die Fläche geschickt werden. Durch den Fahrtwind wird dieser nach außen geblasen und durch einen kleinen Elektromotor per Zugschnur zurückgezogen. Dabei zieht ein dünner Nylonfaden des Putzers über die Flügelnase und kratzt die ungeliebten Insekten einfach weg.

Die vorausfliegenden Teams warnten alle weiteren Kollegen, dass der Südkurs anfangs nicht so gut läuft wie erwartet und es sinnvoll sein könnte stattdessen die optisch besseren Linien über den Harz Richtung Leipzig zu nutzten. Das passte gut in die Situation des nun verspätet gestarteten Teams, da es zeitlich inzwischen kaum mehr möglich war bis in die Rhön hinterher zu fliegen. Die Idee war nun sich erst gegen den steifen Ostwind bis zum Leipziger Luftraum zu kämpfen, dort zu wenden, und dann mit vollen zwei Stunden Rückenwind eine hohe Schnittgeschwindigkeit für die Wertung zu bekommen. Doch das ging leider nicht ganz auf, da der Wind erheblich nach der Wende merklich nachließ. Am Ende des Tages zeigte sich, dass die Route in den Süden dann doch deutlich besser war. Schnitte von über 130 km/h in der Rhön standen zu 106 km/h im Harz.
Platz 12 führt zu einem herben Punktverlust. In der Gesamtwertung liegt nun der FCS Odenwald- Walldürn auf Platz 1 und der LSC Bad Homburg auf Platz 2 vor unseren Bundesligisten aus Rinteln.
Die etwas geknickte Laune der Speedpiloten konnte sich jedoch nicht lange halten, denn an diesem Wochenende lagen die Erfolge beim LSV Rinteln in der Ausbildung. Die Freude und Begeisterung der Schüler steckte einfach jeden an. Anwar Khudida zum Beispiel wurde auf den „Astir“, einem Schulungseinsitzer, eingewiesen und konnte gleich bei seinem ersten Start auf dem neuen Gerät seinen längsten Thermikflug absolvieren. 2 Stunden flog er alleine in der näheren Umgebung des Flugplatzes, was eine tolle Leistung für einen Flugschüler ist. Sein Flugschülerkollege Lukas Weihmann wurde ebenso auf einen Einsitzer namens „Discus“ umgeschult. Dieser ist sozusagen die Rennmaschine, die die jugendlichen in Ihrer Ausbildung fliegen können. Die Erweiterung des Ligateams in 2026 scheint gesichert.