
Segelfliegerdeutsch für Anfänger
Die Prognosen für die Bundesligarunde des vergangenen Wochenendes waren für die Gegend um Rinteln nicht optimal. Es galt wieder einmal das optimale Wetterfenster zu erkennen und zu nutzen. Am Samstag war dieses „fliegbare Fenster“ so weit im Norden, dass nur motorisierte Teams überhaupt eine Chance hatten von Rinteln aus in die Region zu gelangen. Nur Karsten Fahrenkamp mit Reinhard Schramme nutzten diese Möglichkeit und konnten mit einem kurzen Motoreinsatz von wenigen Minuten in das fliegbare Terrain gelangen um dann dort einen wertbaren Flug zu absolvieren. Auch Christine Grote, die in Bautzen einen Wettbewerb flog, konnte nichts beisteuern. Die Wettbewerbsleitung dort cancelte diesen Tag auf Grund des aussichtslosen Wetters bereits am frühen Morgen.
Der Blick aus dem heimischen Fenster am Sonntag ließ erst einmal die Sorge aufkeimen, dass der erforderliche Zeitraum von zwei Stunden nicht entstehen wird. Aber der Blick in den Computer und das Studieren der Vorhersagemodelle machten schnell klar: es braucht nur Geduld. Das Wetterfenster bewegte sich in die richtige Richtung und schien sogar so groß zu werden, dass man sich aus diesem sogar noch das Filetstück raussuchen kann. Der kulinarische Vergleich wird für den Zeitraum eines Flugtages gewählt, an dem man mit den besten Bedingungen rechnen kann und somit die schnellste Schnittgeschwindigkeit erwarten lässt.
So brachten sich 3 Teams aus Rinteln in Position indem sie sich gegen den Wind nach Nordwesten vorarbeiteten, um dann möglichst viel Wertungszeit mit schnitterhöhendem Rückenwind zu absolvieren.
Ihr Rennen startete um 15 Minuten nach eins bei Lübbecke in 700 Meter und führte sie bis kurz vor die Kontrollzone von Kassel. Dort stand für die Piloten die Entscheidung an, wie man die Strecke weiterführt. Alle 3 Flugzeugführer wählten den Kurs nach Nordost mit Seitenwind. Südlich von Höxter über der Weser herrschte dann keine Einigkeit mehr über die beste Route. So entschied das Doppelsitzerteam Reinhard Schramme und Rolf Bödeker, sowie Daniel Schramme im Einsitzer einen 90 Grad Knick in den Solling zu fliegen, während Michael Sasse sich für die entgegengesetzte Richtung entschied und somit mehr Arbeitshöhe über Grund hatte.
Es stellte sich heraus, dass das Hügelland des Sollings die weitaus bessere Alternative war. Es brachte die zwei Flieger mit einem sehr guten Aufwind rasch zurück unter die Wolken. Danach konnte sich das Team Schramme Senior und Junior ohne großen Höhenverlust nochmals mit einer Richtungsänderung in die Windachse begeben und die Wertungszeit bis südlich des Harzes bei Hattdorf Aue gut nutzen, bevor es nach Ende der Wertungszeit langsam und gemütlich gegen den Wind wieder Richtung Heimat ging.
Der LSV Rinteln erzielte in der Rundenwertung an diesem Wochenende solide 14 Punkte und landete auf Platz 7. Einzig der LSV Stade, der den Samstag mit Flügen nördlich von Bremen nutzen konnte, lag als Nordverein vor den Rintelner. Die Konkurrenz aus Mittel- und Süddeutschland hatten in dieser Runde die die Nase vorn. So überzeugten die Rundensieger der Ottengründer Heide mit Schnittgeschindigkeiten, die gut 10 km/h über denen unserer Lokalmattadoren lag.
In der Gesamtwertung sieht es dennoch gut aus für den LSV. Zwar ist es nur ein zartes Pünktchen Vorsprung vor der Nr. 2, der LSG Hersbruck, aber immerhin.